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Preiswertes Wohnen: Modell kann beliebig vervielfältigt werden (2/2)
Arche im KVW initiiert erstes Projekt im Rahmen des gemeinnützigen Wohnbaus - Stiftung wird als Bauträger fungieren - Mair: Projekt, das in Südtirol Schule machen muss
BRIXEN (LPA). Der Baugrund ist gefunden, ein Projekt bereits ausgearbeitet: Das erste gemeinnützige Wohnbauvorhaben Südtirols steht in den Startlöchern. Leonhard Resch, Referatsleiter der Arche im KVW, erzählte am Rande der Vorstellung im Kulturzentrum Astra in Brixen, wie es zu dieser federführenden Initiative - gekommen ist.
"Wir haben gesehen, dass es einen großen Bedarf an preiswerten Mietwohnungen gibt und uns verschiedene Modelle in Österreich, Deutschland und der Schweiz angeschaut", erklärte Resch. Damit stieß die Arche bei Wohnbau-Landesrätin Ulli Mair, die im gemeinnützigen Wohnbau eine große Chance für Südtirol erkannt hat, auf offene Ohren.
Die Wohnreform 2025, die derzeit von den zuständigen Gesetzgebungsausschüssen geprüft wird, sieht erstmals die Möglichkeit für gemeinnützige Bauträger und Gemeinden vor, nicht nur Sanierungen, sondern auch Neubauprojekte in Angriff zu nehmen. Nun warten die ersten Initiatoren auf die Genehmigung der Reform im Landtag, die im Frühsommer geplant ist.
"Einen Monat nach der Genehmigung können wir mit unserem Projekt starten", kündigt Resch an. Denn auch mit der Gemeinde Brixen, der das Grundstück am Talhofergraben 7 gehört, sei man bereits einig. "Derzeit sind wir damit beschäftigt, die Stiftung zu gründen, die Bauträger sein wird", berichtet Resch. An dieser werden die Arche im KVW, der KVW als Verband und weitere Institutionen beteiligt sein, mit denen derzeit noch Gespräche geführt werden. Die Arche setze auf Verbände wie den Familienverband, die Lebenshilfe, aber auch den Unternehmerverband und die Raiffeisenkassen.
Der Gemeinde Brixen, die ebenfalls an preisgünstigen Wohnungen interessiert ist, obliegt es zu definieren, wie viele der insgesamt 30 Wohnungen an Personen vergeben werden müssen, die in unerlässlichen Diensten (zum Beispiel im Sozial- und Gesundheitswesen, Bildungswesen oder der Mobilität) tätig sind. Der Rest wird dann Familien oder auch Einzelpersonen zugewiesen. "Wir sind daran gebunden, die Wohnungen 30 Jahre lang preisgünstig zu vermieten, werden das aber auch darüber hinaus machen", kündigt Resch an.
Die Idee, das Wohnhaus in Holzbauweise zu errichten, komme ebenfalls aus dem benachbarten Österreich, genauer aus Vorarlberg. "Dort gibt es einen gemeinnützigen Wohnbauträger, der schon 18.000 Wohnungen verwirklicht und große Erfahrung mit der Holzbauweise hat. Wir haben gute Holzbauer im Land und möchten einen Holzbau errichten, damit dieses Wohnprojekt nicht nur sozial, sondern auch ökologisch ist", sagte Resch.
Der Wunsch der Arche im KVW - und damit geht diese konform mit dem Ansinnen der Landesregierung - ist es, dass gemeinnützige Wohnbauprojekte in ganz Südtirol entstehen. "Das Potential ist groß, von Kasernenarealen in Brixen, Vahrn, Schlanders und Eppan über viele kleine Zonen, die die Gemeinden zur Verfügung stellen könnten", blickte Resch in die Zukunft.
LPA/pir/gm