Aktuelles

Imaginative Education: innovative Lernkultur wird in Südtirol erprobt

EduSpace MultiLab der Fakultät für Bildungswissenschaften greift interdisziplinäres Projekt "Imaginative Education" zur Vorstellungskraft in der Entwicklung auf – Kindergärten und Schulen beteiligt

BOZEN (LPA). Die Imaginative Education (IE) ist eine Lehr- und Curriculum-Entwicklungsmethode. Sie basiert auf Forschungen des Erziehungsphilosophen Kieran Egan von der Simon Fraser University in Vancouver (Kanada). Dieser Ansatz untersucht, wie sich die Vorstellungskraft im Laufe der kindlichen Entwicklung entfaltet und funktioniert. Dabei werden kognitive Werkzeuge genutzt, die die Fantasie nicht nur bei Kindern aller Altersstufen, sondern auch bei Erwachsenen anregen und fördern.

Dieses interdisziplinäre Projekt wurde auch in Südtirol aufgegriffen, vor allem in der Arbeit der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen. Unter der Leitung von Professor Federico Corni hat die Universität einen Forschungs- und Fortbildungsweg zur Imaginative Education eingeschlagen, an dem zwölf Lehrkräfte aus verschiedenen italienischen Bildungseinrichtungen des Landes teilnehmen, darunter Kindergärten und Grundschulen mehrerer Schulsprengel.

"Die Unterstützung solcher Initiativen ist entscheidend, um eine innovative Lernkultur und kreatives Lernen in unseren Schulen zu fördern§, betonte der italienische Bildungslandesrat Marco Galateo. Für den italienischen Schulamtsleiter Vincenzo Gullotta stellt dieses Projekt "eine Brücke zwischen schulischen und akademischen Ansätzen dar und fördert Methoden, die die Vorstellungskraft als pädagogisches Werkzeug in den Mittelpunkt rücken."

Seit November 2023 wurden mit Unterstützung der Schuldirektionen über zehn vier- bis sechsstündige Präsenz-Workshops zu den theoretischen Grundlagen der Imaginative Education organisiert. In den beteiligten Schulen wurde mit der ersten praktischen Erprobung dieses Ansatzes begonnen, begleitet und betreut von Forschenden der Universität Bozen. Parallel dazu wird die theoretische und praktische Weiterbildung mit einem interdisziplinären Ansatz in der naturwissenschaftlichen Didaktik fortgesetzt.

Vor wenigen Tagen waren Gillian Judson und Mark Fettes, führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Imaginative Education und Forschende am CIRCE (Center for Imagination in Research, Culture & Education), zu Gast im MultiLab. Die kanadischen Wissenschaftler trafen die am Projekt beteiligten Lehrkräfte, besuchten Kindergärten und Grundschulen in Bozen, gaben Seminare und Workshops für Studierende und Forschende der Fakultät für Bildungswissenschaften in Brixen und haben sich mit Schulführungskräften sowie Schulamtsleiter Gullotta getroffen.

LPA/tl/san